OTOBO auf RHEL installieren
Diese Anleitung beschreibt die vollständige Installation von OTOBO auf Red Hat Enterprise Linux (RHEL) mit Docker und Docker Compose. Der offizielle otobo-docker-Stack bündelt alle benötigten Dienste (Webserver, Datenbank, Elasticsearch, Redis und optional Nginx für HTTPS), sodass Sie OTOBO in wenigen Minuten betriebsbereit haben.
Unterstützte RHEL-Versionen
Abschnitt betitelt „Unterstützte RHEL-Versionen“- RHEL 8
- RHEL 9
Systemvoraussetzungen
Abschnitt betitelt „Systemvoraussetzungen“| Komponente | Minimum | Empfehlung (Produktion) |
|---|---|---|
| CPU | 2 Kerne | 4+ Kerne |
| RAM | 4 GB | 8 GB oder mehr |
| Festplatte | 20 GB frei | 40 GB+ (SSD) |
| Docker | 19.03.13 | aktuelle Version |
| Docker Compose | v2 | aktuelle Version |
| Git | 2.17 | aktuelle Version |
[!NOTE] Elasticsearch ist Teil des Stacks und benötigt vergleichsweise viel Arbeitsspeicher. Planen Sie für produktive Umgebungen mindestens 8 GB RAM ein.
Schritt 1: Docker, Docker Compose und Git installieren
Abschnitt betitelt „Schritt 1: Docker, Docker Compose und Git installieren“Unter RHEL wird Docker über das offizielle Docker-CE-Repository installiert (das Paket docker aus den Standard-Repos ist veraltet bzw. nicht verfügbar). Richten Sie zunächst das Repository ein:
sudo dnf install -y dnf-plugins-core gitsudo dnf config-manager --add-repo https://download.docker.com/linux/rhel/docker-ce.repoInstallieren Sie anschließend Docker Engine, die CLI und das Compose-Plugin:
sudo dnf install -y docker-ce docker-ce-cli containerd.io docker-compose-pluginAktivieren und starten Sie den Docker-Dienst, damit er automatisch beim Booten startet:
sudo systemctl enable --now dockerOptional: Fügen Sie Ihren Benutzer der Gruppe docker hinzu, damit Sie Docker-Befehle ohne sudo ausführen können (danach neu anmelden):
sudo usermod -aG docker $USERPrüfen Sie die Installation:
docker --versiondocker compose versionSchritt 2: OTOBO-Docker-Repository klonen
Abschnitt betitelt „Schritt 2: OTOBO-Docker-Repository klonen“Das otobo-docker-Repository enthält die Docker-Compose-Konfiguration und Hilfsskripte. Verwenden Sie das Tag, das zu Ihrer gewünschten OTOBO-Version passt (z. B. rel-11_0 für die aktuelle 11.0-Reihe).
cd /optsudo git clone https://github.com/RotherOSS/otobo-docker.git --branch rel-11_0 /opt/otobo-dockercd /opt/otobo-dockerls -a # Kontrolle: u. a. README.md und die .docker_compose_env_*-Dateien sollten vorhanden seinSchritt 3: .env-Datei erstellen
Abschnitt betitelt „Schritt 3: .env-Datei erstellen“Die Datei .env ist die zentrale Konfigurationsdatei für Ihre OTOBO-Installation. Sie wird nicht automatisch erzeugt, sondern aus einer der mitgelieferten Beispieldateien kopiert:
.docker_compose_env_http– OTOBO über HTTP (einfachste Variante, z. B. hinter einem eigenen Reverse-Proxy).docker_compose_env_https– OTOBO über HTTPS mit integriertem Nginx-Reverse-Proxy
Für eine einfache HTTP-Installation:
sudo cp -p .docker_compose_env_http .envFür HTTPS verwenden Sie stattdessen .docker_compose_env_https und hinterlegen ein Zertifikat (siehe Fortgeschrittene Installation).
Schritt 4: Datenbank-Root-Passwort festlegen
Abschnitt betitelt „Schritt 4: Datenbank-Root-Passwort festlegen“Öffnen Sie die .env-Datei und setzen Sie ein sicheres Passwort für den Datenbank-Administrator:
sudo vi .envPassen Sie die folgende Zeile an:
OTOBO_DB_ROOT_PASSWORD=<ihr_sicheres_passwort>Dieses Passwort benötigen Sie später im Web-Installer, um die Datenbank und das OTOBO-Schema anzulegen.
Schritt 5: Container starten
Abschnitt betitelt „Schritt 5: Container starten“Starten Sie den gesamten Stack im Hintergrund:
sudo docker compose up --detachBeim ersten Start werden die Docker-Images von Docker Hub heruntergeladen – das kann je nach Verbindung einige Minuten dauern.
Überprüfen Sie anschließend, ob alle Dienste laufen (fünf bei HTTP, sechs bei HTTPS):
sudo docker compose psSchritt 6: Installation über den Web-Installer abschließen
Abschnitt betitelt „Schritt 6: Installation über den Web-Installer abschließen“Rufen Sie den OTOBO-Installer im Browser auf:
http://<ihre-server-ip>/otobo/installer.plFolgen Sie den Schritten des Installers und beachten Sie dabei:
- Wählen Sie als Datenbank eine neue MySQL-/MariaDB-Datenbank.
- Als Datenbank-Root-Passwort verwenden Sie den Wert aus
OTOBO_DB_ROOT_PASSWORD. - Lassen Sie den MySQL-Hostnamen auf
dbstehen – dies ist der interne Servicename des Datenbank-Containers.
Nach Abschluss können Sie sich am Agenten-Interface anmelden (Standardbenutzer root@localhost, das Passwort wird am Ende des Installers angezeigt).
Nach der Installation
Abschnitt betitelt „Nach der Installation“
- OTOBO-Daemon prüfen: Der Daemon-Container übernimmt Hintergrundaufgaben (E-Mail-Abruf, Eskalationen, Cronjobs). Er läuft als eigener Container und sollte als „running“ angezeigt werden.
- Firewall: Geben Sie die benötigten Ports frei. Mit
firewalld:
sudo firewall-cmd --permanent --add-service=httpsudo firewall-cmd --permanent --add-service=httpssudo firewall-cmd --reload- In den Container wechseln (für CLI-Aufgaben):
sudo docker compose exec web bashTroubleshooting
Abschnitt betitelt „Troubleshooting“Elasticsearch startet nicht / Container beendet sich sofort
Elasticsearch benötigt einen erhöhten Wert für vm.max_map_count. Setzen Sie ihn dauerhaft:
sudo sysctl -w vm.max_map_count=262144echo "vm.max_map_count=262144" | sudo tee /etc/sysctl.d/99-otobo-elasticsearch.confSELinux blockiert Container-Zugriffe
RHEL setzt standardmäßig SELinux ein. Falls Container Zugriffsprobleme zeigen, prüfen Sie die Audit-Logs (sudo ausearch -m avc -ts recent). Im Zweifel hilft ein passendes SELinux-Boolean oder das temporäre Umschalten in den Permissive-Modus zur Diagnose (sudo setenforce 0).
Port 80 oder 443 bereits belegt
Setzen Sie in der .env-Datei abweichende Ports über OTOBO_WEB_HTTP_PORT bzw. OTOBO_WEB_HTTPS_PORT und starten Sie den Stack neu.
Logs eines Dienstes ansehen
sudo docker compose logs -f websudo docker compose logs -f elasticWeiterführende Themen
Abschnitt betitelt „Weiterführende Themen“Für HTTPS-Konfiguration, Nginx-Anpassungen, Umgebungsvariablen, Updates und Backups lesen Sie die Fortgeschrittene Installation von OTOBO.
Möchten Sie OTOBO mit KI-gestützter Ticket-Klassifizierung kombinieren, finden Sie die Schritte unter OTOBO KI & Open Ticket AI.
Häufig gestellte Fragen
Welche RHEL-Versionen werden für OTOBO unterstützt?
OTOBO unterstützt RHEL 7 und neuer (z. B. RHEL 8 und 9) mit Docker und Docker Compose.
Brauche ich EPEL, um Docker unter RHEL zu installieren?
Ja. Aktivieren Sie das EPEL-Repository und installieren Sie Docker, Docker Compose sowie Git mit yum, bevor Sie otobo-docker klonen.
Ist die RHEL-Installation vergleichbar mit CentOS?
Ja. Beide nutzen yum/EPEL für Docker-Pakete und denselben offiziellen Docker-Compose-Stack für OTOBO.